Microsoft Inspire: 4 Trends für den Modern Workplace

„Microsoft Inspire“, die jährliche globale Konferenz für Microsoft Partner, fand dieses Jahr vom 20. bis 24. Juli vollständig remote statt. Auch inhaltlich stand die Inspire ganz im Zeichen von Corona oder Post-Corona. Es gab kaum einen Vortrag, der nicht auf das aktuelle Geschehen einging und wie sich dieses auf den digitalen Arbeitsplatz auswirken wird. Hier stelle ich Ihnen 4 Trend-Themen vor, die ich aus der Konferenz mitgenommen habe.

Wie jedes Jahr, lieferte Microsoft auf der „Microsoft Inspire“ auch dieses Jahr viele digitale Neuerungen. Im Mittelpunkt: Der digitale Arbeitsplatz und das Arbeiten über Distanzen. Erfahren Sie mehr, über die 4 Trend-Themen der Konferenz.

  • Trend #1: „Purpose“ als Kernthema der Keynote

    Die Keynote von Microsoft-Chef Satya Nadella und anderen hochrangigen Microsoft Executives stand für mich im Zeichen von „Purpose“. Microsoft stellte sich als modernes, sozial und ökologisch bewusstes Unternehmen dar, welches die Post-Corona-Welt positiv mitgestalten will. So möchte Microsoft bis 2030 CO2-negativ werden, also der Atmosphäre mehr CO2 entziehen, als es einspeist. Auch für Minderheiten will man sich engagieren – eine unausgesprochene Referenz auf die aktuelle Rassismus-Diskussion in den USA. Den Begriff „Tech Intensity“ verwendet Satya gerne im Zusammenhang mit einer modernen, offenen Unternehmenskultur, Geschäftsprozessen über Datensilos hinweg und einem digitalen Feedback-Loop. „Tech Intensity“ ist für ihn die Antwort auf Fragen der Resilienz und der Digitalen Transformation.

    Für mich insgesamt eine sehr stimmige Vision und Anregung, die Lust auf mehr macht.

  • Trend #2: Remote-Arbeit per Teams-Webconferencing wird weiter optimiert

    Mit mehr als 75 Millionen täglichen Nutzern hat sich die Anzahl der Teams-Nutzer während der Pandemie mehr als verdreifacht. Viele Unternehmen sind mit Hilfe von Teams erstmalig breitflächig ins Homeoffice gegangen. Nun will Microsoft die Webconferencing-Funktionen von Teams optimieren, um Webkonferenzen natürlicher zu gestalten und weniger stressige Web-Meetings zu ermöglichen. Eines der kommenden Features wird der „Together Mode“ sein, der mehrere Teilnehmer einer Webkonferenz automatisch in einem gemeinsamen Hörsaal abbildet und so das Gefühl räumlicher Nähe suggeriert. Auch die Reduktion von Hintergrundgeräuschen (Staubsauger u.a.) wird sicher hilfreich werden. Darüber hinaus hat Microsoft die neuen Microsoft Teams Displays vorgestellt und einen Ausblick gegeben, was von den neuen Geräten erwartet werden kann. Weitere neue Features gibt es zudem zur Einbindung von First-Line-Workern und im Security-Umfeld.

    Aus meiner Sicht wird Teams damit zu dem Werkzeug für Webconferencing, an dem sich andere Anbieter zukünftig werden messen müssen.

  • Trend #3: Teams als der Hub für kollaborative Arbeit

    Aber Teams ist mehr als nur ein Webconferencing-Tool. Teams ist der Hub für kollaboratives Arbeiten und Lernen. „Project Cortex“ wird Teams intelligenter machen und Anwendern z.B. Vorschläge unterbreiten, an welchen Inhalten sie arbeiten können. „Microsoft Lists“ wird die Sharepoint-Technologie in Teams überführen und damit die Arbeit in Dateilisten und kollaborativen Anwendungen vereinfachen. Darüber hinaus bieten auch viele Drittanbieter sinnvolle Erweiterungen für Teams an. Ich gehe davon aus, dass die Relevanz der Drittanbieter und die damit einhergehenden Erweiterungen von Teams in den nächsten Jahren spürbar steigen werden.

    Nachdem viele Unternehmen Teams Corona-bedingt erst einmal nur für das Web-Conferencing eingeführt haben, gilt es in den nächsten Monaten dieses Potenzial weiter auszuschöpfen. Die angekündigten Neuerungen manifestieren die Relevanz von Teams für den Digital Workplace der Zukunft und verdeutlichen gleichzeitig, dass die Integration der Microsoft-Dienste immer weiter voranschreitet. Ich gehe davon aus, dass Teams sich weiter als neuer Einstiegspunkt in den digitalen Arbeitsplatz durchsetzen und in vielen Organisationen zukünftig die erste Anwendung sein wird, die Mitarbeiter am Tag öffnen.

  • Trend #4: PowerApps erweitern Teams

    Microsoft geht auf Weiterentwicklungen der Power Platform ein und stellt vier Komponenten zur vor, um Anforderungen durch Fachbereiche zukünftig schnell und ohne Programmierung realisieren zu können. In diesem Zusammenhang spricht Microsoft von den “Citizen Developern”. Damit sind Personen gemeint, die zum Beispiel in Fachbereichen tätig sind, Anforderungen mithilfe der Power Platform umsetzen möchten, aber über keine fundierten Programmierkenntnisse verfügen. Die Befähigung der Citizen Developer durch die Power Platform, kann zu einem entscheidenden Beschleuniger für die digitale Transformation von Prozessen in Organisationen werden.

    Die vier Komponenten der Power Platform:

    1. Microsoft PowerApps dient zur Erstellung von Oberflächen bzw. Apps.
    2. PowerAutomate bietet über 350 Konnektoren und ermöglicht die einfache Erstellung von „Remote Process Automation“ (RPA)-Anwendungen bzw. automatisierten Workflows.
    3. Power Virtual Agents wird zur Erstellung von intelligenten Bots innerhalb kürzester Zeit ohne Programmierkenntnisse eingesetzt.
    4. Microsoft Dataflex liefert eine vorgefertigte Datenbank, um auch anspruchsvolle Anwendungen mit wenig Aufwand zu erstellen. Die „Microsoft-Graph-API“ steht zur Verfügung, um Inhalte und Wissen aus Teams programmatisch anzuzapfen und in eigene Anwendungen zu integrieren.

Microsoft legt in der Inspire einen starken Fokus auf das Thema PowerApps. Dieses wird sehr strategisch angegangen und sollte dazu anregen, Teams nicht nur als Webconferencing- oder fertiges Kollaborations-Tool zu sehen, sondern als Plattform für eigene Anwendungen, die mit wenig Aufwand erstellt werden können. Aus meiner Sicht ist das einer der wesentlichen Trendpunkte für die kommenden Monate, vielleicht für das nächste Jahr. Nachdem mit der Einführung von Teams vielerorts zunächst Quick-Wins in der Einführung als Webconferencing- und vielleicht als Collaboration-Hub gehoben wurden, bieten sich hier weitere Potentiale, gerade im Hinblick auf die Ablösung von Legacylösungen und die schnelle Bereitstellung von kleinen zeitlich begrenzt benötigten Lösungen.