Homeoffice Lifehacks – Teil 3: Wie wir mit zwei Kids U10 durch den Lockdown kamen

Über Nacht ins Homeoffice. Erzieher, Lehrer, Streitschlichter, Animateur und Bettflüsterer für Kinder im Corona Lockdown. Wie organisieren sich arbeitstätige Eltern in diesen Monaten zu Hause? Erfahren Sie es im 3. Teil unserer Blogreihe.

boy sitting on bench while holding a book

Die Arbeit im Homeoffice beginnt mit Skepsis

Vor drei Monaten trat ein, was viele von uns für unmöglich gehalten hätten: ein nationaler und in Teilen weltweiter Lockdown und quasi über Nacht die Anordnung zum Homeoffice! Und das in einer bis dato eher skeptisch gegenüber Heimarbeit eingestellten Arbeitswelt!? Nach dem Lockdown muss man sagen, dass das für viele erstaunlich gut funktionierte. Selbst die skeptischsten Abteilungsleiter und Chefs wurden am Ende eines Besseren belehrt und mussten feststellen, dass Arbeitnehmer auch von zuhause arbeiten können und sogar wollen! 

Das Jonglieren zwischen Arbeitszeit und Betreuung der Kinder

Doch die verordnete Heimarbeit stellte auch zahlreiche Familien und Alleinerziehende vor eine große Herausforderung, wo für viele ein Wegfall der Fahrtwege ein Zugewinn an Zeit darstellte, erzeugte die Schließung von KiTas und Schule über Nacht ein Vakuum in der zur Verfügung stehenden Arbeitszeit vs. Betreuung der Kinder.  

Die bewusste Wahl einer Ganztagesschule für unseren Sohn (7) und -betreuung für unsere Tochter (2) hatte es uns vor Corona ermöglicht 40h+ bzw. 23h pro Woche zu arbeiten. Durch den Wegfall der Betreuung mussten wir uns über Nacht eine Strategie überlegen, wie wir unsere gemeinsamen Workload von 63h+ Arbeit Betreuung, Erziehung und Schule kombinieren. Die anfängliche Überlegung über wöchentlichen Wechsel von Urlaub den Ausfall zu kompensieren, verwarfen wir schnell, als klar wurde, dass der Corona-Lockdown länger als die zunächst angedachten 2-4 Wochen dauern würde.  

Die Lösung hieß (bis heute): Workload-Reduzierung und Arbeit in Schichten! Anfänglich über Urlaub, später über Kurzarbeit habe ich zunächst meinen wöchentlichen Workload von 40h auf 32h reduziert und meine Frau konnte bei Ihrem Arbeitgeber eine temporäre Arbeitszeitreduzierung auf 20h erzielen. Somit galt es „nur“ noch 52h auf die Woche zu verteilen: meine Frau montags 2h und dienstags bis donnerstags 6h und nach einem kurzen Abklatschen gegen 14 Uhr war ich dann dienstags bis donnerstags für je 4h im Dienst sowie montags und freitags jeweils 10h 

Mit diesem Spagat konnte jeweils eine/r von zuhause arbeiten während der/die andere als Lehrer, Erzieher, Streitschlichter, Animateur, Bettflüsterer (Mittagsschlaf bei der 2-jährigen), Koch, Hausfrau/mann, … agierte. Das ging so über 7-9 Wochen, bis erste Entspannung durch Notbetreuung sowie erste Schulaufenthalte (zunächst 2x 3h pro Woche) und nun schon fast wieder Regelbetrieb (Mo-Do vormittags ist wieder Schule, hoffentlich bis zu den Ferien) einkehrte 

Und siehe da, es war möglich!

Was ist geblieben? Was haben wir aus Corona gelernt? Mit etwas Organisation ist (fast) alles machbar – vorausgesetzt man hat entgegenkommende Arbeitgeber und einen Homeoffice-Arbeitsplatz, der per Tür von der Kinderaction trennbar ist (ansonsten glauben Kinder einfach nicht, dass man „an der Arbeit“ ist) 

Eine Dauerlösung ist das aber nicht und das liegt nicht nur daran, dass einem irgendwann keine Spiele mehr einfallen. Insbesondere bei der Kleinen haben wir zunehmend den Wunsch nach Kontakt zu Gleichaltrigen feststellen dürfen. Wir hätten nicht erwartet, dass es am Ende die Jüngste sein wird, die uns am schnellsten wieder loswerden wollte 😉.

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