Unberechenbarer Feind? Die Folgen der Digitalisierung: Was machen wir morgen? (Teil 1)

„Work in the Future is the Passion that can pay for itself. “, beschrieb Charles Handy vor 15 Jahren die Utopie von “New Work”. Heute ist das Thema omnipräsent: Von der Fremd- zur Selbstbestimmung, vom Lohnempfänger zum Entrepreneur. Die Digitalisierung hat und wird unseren Arbeitsalltag nachhaltig verändern. Was können wir erwarten? Was arbeiten wir in der Zukunft? Haben wir noch Jobs? Und wenn ja, für wen? Wo liegen Chancen, wo Herausforderungen? Dieser Beitrag beschäftigt sich mit der Zukunft der Arbeit und ich möchte zur Reflexion anregen, wie wir optimistisch unsere Zukunft gestalten können und über eine positive Zukunft nachdenken.

Die Zukunft der Arbeit

Wer zeigt auf, wer und wie die Zukunft gestaltet werden kann? Wer definiert sie? Und was arbeiten wir in der Zukunft? Geben wir unsere Zukunftsperspektiven in die Hände der großen GAFA-Riesen, den Tech-Giganten wie Google, Amazon, Apple und Facebook, die nicht nur neue Geschäftsmodelle entwickelt haben, sondern auch die Regeln des Wirtschaftslebens und die Voraussetzungen für Erfolg neu definieren? Oder den apokalyptischen Digitalkritikern, die eine Übernahme der Maschinen prognostizieren? Den Zukunftsforschern, die Antworten auf diese Ängste liefern durch „Modelle des scheinbar Nichtwahrscheinlichen”, etwa Nassim Talebs Philosophie der “Black Swans” oder John Castis “X-Events” als Darstellung denkbarer Mega-Katastrophen? Den Öko-Pessimisten, die die Klimakatastrophen und den Untergang unseres Planeten voraussagen? Wie verändert die Digitalisierung und KI unsere Arbeit und übernehmen Maschinen unsere Jobs?[1]

Viele Ideen und Ansätze werden diskutiert, aber es gibt derzeit nicht die „eine“ Lösung für unsere Arbeits- und letztendlich Lebenswelt. Wenn viele Faktoren zusammenwirken und die Zukunft eines komplexen Systems von mehreren Akteuren abhängt, gibt es nie nur ein Zukunftsbild. In meinem Beitrag möchte ich die unterschiedlichen Debatten hierzu in Kürze beleuchten, aber auch kürzlich erschienene Studien zur Zukunft des Arbeitsmarktes beleuchten und welche bzw. wie viele Berufe unsere Zukunft prägen werden.
„Die digitale Welt eröffnet mit bisher ungekannten ethischen und praktischen Problemen ganz neue Forschungsfelder“ erklärte Björn Thümler (Wissenschaftsminister CDU) in einem Zeitungsartikel vom 31.01.2019. „Bei allen Chancen, die sie bietet, darf eine kritische Auseinandersetzung nicht fehlen.“[2]

Hierbei müssen wir uns zwei zentrale Fragen stellen: Welche Zukunft wollen wir? Und wie können wir entsprechend handeln? In diesem Beitrag soll es primär darum gehen Lösungsperspektiven zu skizzieren und Fragestellungen für eine positive Zukunft zu beleuchten.


Zukunft kommt nicht. Sie wird von uns gemacht!

Ich erlebe es tagtäglich in meinem eigenen Beruf in einem Softwareunternehmen, dass die (Er-)Lösung niemals in der Technik allein liegt. Sondern nur in der Art und Weise, wie wir mit ihr umgehen, wie wir ihre Potentiale nutzen aber gleichwohl die Risiken schnell genug analysieren. „Culture eats strategy for breakfast“, viele von Ihnen kennen sicherlich den legendären Spruch von Peter Drucker.[3]

Es wird nicht die Technik sein, die über unser Leben bestimmt, sondern unsere KULTUR. Und darunter verstehe ich „Kultur“, als das, was der Mensch selbst gestaltend hervorbringt. Unsere Einstellung zur Umwelt, Umgang mit Zeit, Normen Kommunikation und unsere kulturelle Orientierung und das Denken darüber, was unser Dasein lebenswert macht.

Die Technik sollte den Menschen helfen und ihn nicht ersetzen. Deshalb ist es elementar, dass wir uns darüber im Klaren sind, für welche Bedürfnisse die Technik uns Hilfestellungen geben kann, und nicht, welche Bedürfnisse wir an diese anpassen müssen.

Die Digitalisierung ist nicht nur eine weitere Effizienzsteigerung. Sie ist die gewaltigste Veränderung unseres Wirtschaftens, die mit einem Wertewandel in einer ganz neuen Dimension einhergeht. Und auch der größte Eingriff in die Freiheit des Individuums, in unsere Privatsphäre.

WIR haben es selbst gestaltet, dass wir jetzt mit Laptops von zuhause und laufenden Roboter-Staubsaugern und smarten Alexas arbeiten und wir wissen, dass die Digitalisierung unser Leben verändert. Aber das WIE können wir gestalten. Denn was würde passieren, wenn keiner Alexa oder die Apple Watch nutzt?

Quellen

Gastbeitrag: Isabel Runge

Nach dem Studium der Germanistik & Anglistik, gefolgt von Studienjahren der PR/Öffentlichkeitsarbeit & Kommunikationsmanagement beschäftige ich mich in meinem Beruf als Marketing & Kommunikationsverantwortliche mit digitaler Kommunikation, dem Wandel der Unternehmenskommunikation und Change Management. Mein Herz schlägt für das Vorantreiben der Arbeitswelt 4.0, damit Sinnstiftung, Demokratie und Menschlichkeit Eingang in unser ökonomisches Handeln finden. In meinen Beiträgen möchte ich mich auf die neue Arbeitswelt, Digital Leadership, Markenbildung der Zukunft, Digitalisierung und das Zusammenspiel und der Verantwortung des Individuums sowie neuen Kommunikationsstrukturen in einer diversifizierten Welt konzentrieren. Ich möchte konstruktiv-kritische, positiv-philosophische Gedanken anstoßen und dadurch den kollektiven Bewusstseinswandel für die Arbeitswelt der Zukunft vorantreiben, von Erfahrungen berichten und erhoffe mir, über die Multiplikation von Wissen einen wertvollen Beitrag zur positiven Veränderung der Arbeitswelt und Zusammenarbeit. Ich freue mich über den Austausch!